Auszeichnung
Etiketten und Barcodes im Lager: Was sich auszeichnen lässt und was nicht
Von TaylorCom Softwareentwicklung Lesezeit: 6 Minuten
Ein Scanner ist schnell gekauft. Ob er im Alltag etwas bringt, entscheidet sich aber vorher: daran, ob das, was im Regal steht, überhaupt einen lesbaren Code trägt. In vielen Lägern scheitert die Erfassung nicht an der Technik, sondern an fehlenden oder unbrauchbaren Etiketten.
Welcher Code auf den Artikel gehört
Die erste Entscheidung: Nutzen Sie den EAN des Herstellers oder eine eigene Nummer?
- EAN vom Hersteller – immer dann, wenn vorhanden. Er steht schon auf der Ware, kostet kein Etikett und ist eindeutig. Pflegen Sie ihn im Artikelstamm, dann ist der Artikel ohne Zusatzarbeit scannbar.
- Eigene Artikelnummer – bei loser Ware, Eigenfertigung, Zuschnitten oder Artikeln, die ohne Code geliefert werden. Hier drucken Sie selbst.
- Beides – ist kein Widerspruch. Viele Warenwirtschaften können mehrere Codes auf einen Artikel buchen. Das ist besser, als einen vorhandenen EAN zu ignorieren.
Wichtig ist nur: Ein Code darf nie zu zwei Artikeln gehören. Das passiert schneller als gedacht, etwa wenn ein Lieferant eine Nummer neu vergibt oder wenn jemand eine Hausnummer doppelt verwendet.
Etikettengrößen: lieber wenige als viele
Jede zusätzliche Größe bedeutet eine weitere Rolle im Schrank, ein weiteres Layout und eine weitere Fehlerquelle beim Wechseln. In der Praxis reichen meist zwei bis drei Formate:
| Format | Typischer Einsatz | Was draufpasst |
|---|---|---|
| klein, etwa 40 x 25 mm | Kleinteile, Zubehör | Barcode und Nummer |
| mittel, etwa 50 x 25 mm | Standardartikel | Barcode, Nummer, kurze Bezeichnung |
| breit, etwa 80 x 23 mm | Regal- und Lagerplatzschilder | Barcode plus lange Bezeichnung |
Richtwerte aus der Praxis. Entscheidend ist, dass der Barcode genug Ruhezone am Rand behält.
Der häufigste Fehler beim Layout: zu viel Text und ein zu kleiner Barcode. Ein Code, der nur bei perfektem Winkel liest, kostet an jedem Regal ein paar Sekunden – und irgendwann greift jemand wieder zum Zettel.
Thermodirekt oder Thermotransfer
Beim Druckverfahren gibt es zwei Welten, und die Wahl hängt davon ab, wie lange das Etikett halten soll:
- Thermodirekt – ohne Farbband, günstig im Verbrauch. Das Etikett verblasst mit der Zeit, besonders bei Wärme und Sonne. Ideal für schnelldrehende Ware und Versandaufkleber.
- Thermotransfer – mit Farbband, haltbar über Jahre. Die richtige Wahl für Lagerplatzschilder, Werkzeuge, Ersatzteile und alles, was lange steht.
Wer Lagerplatzschilder mit Thermodirekt druckt, macht das genau einmal. Nach einem Sommer im hellen Lager sind sie nicht mehr lesbar.
Lagerplätze auszeichnen lohnt sich
Nicht nur Artikel brauchen Codes. Auch Regale, Fächer und Plätze lassen sich auszeichnen. Der Nutzen zeigt sich bei zwei Abläufen: bei der Inventur, wo der Zählbereich per Scan eindeutig wird, und beim Einlagern, wo nicht mehr geraten werden muss, wohin ein Artikel gehört.
Fangen Sie klein an: erst die Bereiche, in denen am meisten bewegt wird. Ein komplett ausgezeichnetes Lager auf einen Schlag ist ein Projekt, das selten fertig wird.
Drei Dinge, die sich im Alltag bewährt haben
- Etiketten beim Wareneingang drucken, nicht später. Die Ware ist ohnehin in der Hand, und der Artikel ist im System gerade präsent.
- Eine Liste der Artikel ohne Code führen. Sie wird erstaunlich schnell kürzer, wenn sie sichtbar ist.
- Vor großen Druckläufen ein Probeetikett scannen. Ein falsch skaliertes Layout fällt sonst erst nach 500 Stück auf.
Fazit
Welche Scanner und Etikettendrucker dabei zusammenspielen, steht auf der Seite Lagersoftware mit Barcode.
Barcodes sind kein Selbstzweck, sie sparen Zeit an genau zwei Stellen: beim Erfassen und beim Suchen. Dafür müssen sie vorhanden, eindeutig und gut lesbar sein. Wer sich auf wenige Etikettenformate festlegt, das richtige Druckverfahren wählt und beim Wareneingang auszeichnet, hat den größten Teil davon erledigt. Was die Warenwirtschaft daraus macht, ist dann nur noch Routine.
