Kaufberatung
Worauf Sie bei der Auswahl einer Lagersoftware für mehrere Arbeitsplätze achten sollten
Von TaylorCom Softwareentwicklung Lesezeit: 8 Minuten
Eine Lagersoftware für mehrere Arbeitsplätze passt, wenn alle Beteiligten gleichzeitig auf denselben Bestand buchen können, ohne sich gegenseitig zu überschreiben, wenn sich Rechte je Benutzer steuern lassen und wenn die Kosten je Arbeitsplatz über fünf Jahre kalkulierbar bleiben. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Betriebe mit mehreren Arbeitsplätzen bei der Auswahl achten sollten, was der Mehrplatzbetrieb realistisch kostet und welche Fragen Sie jedem Anbieter stellen sollten. Wir stellen selbst Lagersoftware her; die Fragen gelten deshalb auch für uns.
Das Wichtigste in Kürze
- Gleichzeitige Zugriffe zählen: Entscheidend ist, wie viele Personen zur selben Zeit buchen, nicht wie viele Mitarbeiter Sie haben.
- Echte Datenbank statt Dateifreigabe: Mehrere Arbeitsplätze brauchen einen Datenbankserver, der gleichzeitiges Schreiben sauber regelt.
- Lizenzmodell klären: je Benutzer, je Gerät oder je gleichzeitigem Zugriff. Davon hängt der Preis jedes weiteren Platzes ab.
- Kosten über fünf Jahre rechnen: Lizenzen oder Abo plus Server, Netzwerk, Einrichtung, Schulung und Support.
- Mit zwei Plätzen testen: Erst wenn zwei Personen gleichzeitig denselben Artikel buchen, zeigt sich, ob es funktioniert.
Schritt 1: den eigenen Bedarf klären
Bei einem einzelnen PC genügt die Frage nach den Funktionen. Mit dem zweiten Arbeitsplatz kommen neue Fragen hinzu:
- Wie viele Personen arbeiten zur selben Zeit mit dem Bestand?
- Welche Rollen gibt es: Lager, Einkauf, Büro, Verkauf?
- Wer darf Bestände korrigieren, Preise ändern, Artikel löschen?
- Arbeiten alle an einem Standort, oder gibt es Filialen und Arbeit von zu Hause?
- Soll im Lager mobil mit Scannern gebucht werden?
- Gibt es bereits ein Netzwerk und einen Rechner, der als Server dienen kann, und wer betreut beides?
Faustregel: Drei Teilzeitkräfte, die sich einen PC teilen, sind ein Arbeitsplatz. Zwei Personen, die gleichzeitig Wareneingang und Verkauf buchen, sind zwei. Klären Sie zuerst diese Zahl; sie bestimmt Lizenzen, Technik und Preis.
Allgemeine Kriterien für Lagerprogramme, unabhängig von der Zahl der Arbeitsplätze, beschreibt der Ratgeber auf winlager.de: Worauf Sie bei der Auswahl einer Lagerverwaltungssoftware achten sollten.
Was eine Mehrplatz-Lagersoftware können muss
Pflicht, sobald mehr als eine Person bucht
- Gemeinsame Datenbank: Alle Arbeitsplätze schreiben in denselben Bestand, nicht in Kopien, die später abgeglichen werden.
- Gleichzeitiges Buchen ohne Datenverlust: Buchen zwei Personen denselben Artikel, müssen beide Buchungen ankommen.
- Aktueller Bestand an jedem Platz: Eine Entnahme im Lager ist sofort im Büro sichtbar.
- Benutzer und Rechte: Nicht jeder muss Preise ändern oder Bestände korrigieren dürfen.
- Nachvollziehbarkeit: Wer hat wann was gebucht?
- Zentrale Datensicherung: eine Sicherung für alle Plätze, nicht eine je PC.
Je nach Betrieb
- Mobile Scanner, die über WLAN direkt buchen
- Mehrere Lagerorte oder Standorte mit getrennten Beständen
- Zugriff von außen, etwa für eine Filiale
- Anbindung von Kasse, Onlineshop oder Buchhaltung
- Direkter Zugriff auf die Datenbank für eigene Auswertungen und Schnittstellen
Wann sich getrennte Bestände lohnen, beschreibt der Beitrag Mehrere Lager, ein Bestand.
Im eigenen Netz oder in der Cloud?
Beide Bauarten lösen das Mehrplatzproblem. Sie verteilen Kosten und Verantwortung unterschiedlich.
| Client/Server im eigenen Netz | Cloud-Lösung | |
|---|---|---|
| Kosten | Lizenz je Arbeitsplatz, meist einmalig; Updates und Support können extra kosten | monatlich je Nutzer, solange Sie die Software nutzen |
| Technik | ein Rechner als Datenbankserver und ein stabiles Netzwerk | Internetzugang an jedem Arbeitsplatz |
| Betrieb | Server, Updates und Datensicherung bei Ihnen | beim Anbieter |
| Zweiter Standort | über eine eigene, gesicherte Verbindung | ohne weitere Einrichtung |
| Ohne Internet | läuft im Haus weiter | meist kein Zugriff |
| Daten | im eigenen Haus, je nach Programm direkt auswertbar | beim Anbieter; Export vorher prüfen |
| Passt zu | einem Standort mit festen Arbeitsplätzen und jemandem, der die Technik betreut | mehreren Standorten, wechselnden Arbeitsorten, Betrieben ohne eigene Technikbetreuung |
Was kostet der Mehrplatzbetrieb realistisch?
Bei mehreren Arbeitsplätzen zählt vor allem, wie der Preis mit der Zahl der Plätze wächst.
- Cloud-Lösungen für kleine Unternehmen: ab rund 60 Euro je Nutzer und Monat.
- Ausgewachsene Lagerverwaltungssysteme (WMS) in der Cloud: im Schnitt 100 bis 500 Euro je Nutzer und Monat.
- Client/Server zum Einmalkauf: eine Lizenz je Arbeitsplatz oder ein Paket für mehrere Plätze; der Preis je Platz sinkt meist mit der Paketgröße.
Die Richtwerte für Cloud-Lösungen stammen aus dem Marktüberblick von find-your-wms.de (abgerufen am 11. Oktober 2026).
Was beim Mehrplatzbetrieb dazukommt
- ein Rechner als Server, bei größeren Installationen mit unterbrechungsfreier Stromversorgung
- Netzwerk und WLAN im Lager, wenn mobil gebucht wird
- Scanner je Arbeitsplatz
- Einrichtung der Benutzer und Rechte
- Schulung für mehrere Personen statt für eine
- eine Datensicherung, die jemand regelmäßig prüft
Rechenbeispiel: Fünf Nutzer zu je 60 Euro im Monat ergeben 300 Euro im Monat, 3.600 Euro im Jahr und 18.000 Euro in fünf Jahren, ohne Einrichtung und Hardware. Ein Einmalkauf ist über dieselbe Zeit meist günstiger; dafür tragen Sie Server, Betrieb und Datensicherung selbst. Rechnen Sie beide Varianten mit Ihrer Zahl an Arbeitsplätzen durch und fragen Sie immer auch nach dem Preis des nächsten Platzes.
Zwölf Fragen für das Erstgespräch
- Wie wird lizenziert: je Benutzer, je Gerät oder je gleichzeitigem Zugriff?
- Was kostet ein weiterer Arbeitsplatz, heute und in zwei Jahren?
- Was passiert, wenn zwei Personen gleichzeitig denselben Artikel buchen? Können Sie mir das zeigen?
- Welche Rechte lassen sich je Benutzer vergeben, und wird protokolliert, wer was gebucht hat?
- Welcher Rechner dient als Server, was muss er leisten, und wer richtet ihn ein?
- Wie arbeitet ein zweiter Standort oder ein Arbeitsplatz zu Hause mit?
- Was geschieht an den Arbeitsplätzen, wenn das Netzwerk oder der Server ausfällt?
- Wer sichert die zentrale Datenbank, wie oft, und wie wird die Rücksicherung geprüft?
- Komme ich selbst an meine Daten, für eigene Auswertungen und Schnittstellen?
- Welche mobilen Scanner werden unterstützt, und brauchen sie eigene Lizenzen?
- Wie kommen Updates auf alle Arbeitsplätze, und was kosten sie?
- Was kostet die Lösung über fünf Jahre, mit Server, Einrichtung, Schulung und Support?
Notieren Sie die Antworten je Anbieter nebeneinander. Ausweichende Antworten auf die Fragen 1, 2 und 3 sind die wichtigsten Warnsignale.
Warnzeichen
- „Netzwerkfähig“ bedeutet nur, dass eine Datei auf einem gemeinsamen Laufwerk liegt.
- Der Preis des nächsten Arbeitsplatzes wird nicht genannt.
- Es gibt keine Benutzerrechte: Jeder darf alles.
- An die eigenen Daten kommen Sie nur über den Hersteller.
- Ein Test mit zwei Arbeitsplätzen ist vor dem Kauf nicht möglich.
- Der Anbieter fragt nicht nach Ihrem Netzwerk und Ihren Standorten.
Wo LAGER 6000 Client/Server passt – und wo nicht
Der Fairness halber dieselbe Einordnung für unser eigenes Programm.
Es passt für kleine und mittlere Betriebe in Handel, Handwerk und Produktion, die an Windows-Arbeitsplätzen im eigenen Netzwerk arbeiten. Bei LAGER 6000 Client/Server greifen mehrere Arbeitsplätze gleichzeitig auf dieselbe MariaDB- oder MySQL-Datenbank zu; Änderungen sind sofort an allen Plätzen sichtbar. Die Datenbank ist offen und dokumentiert, Sie können sie mit gängigen SQL-Werkzeugen selbst auswerten. Mobile Scanner lassen sich über WLAN anbinden. Sie kaufen einmal; Installation und Ersteinrichtung sind enthalten, Update-Service und Telefonsupport sind optional. Das Einstiegspaket umfasst fünf Arbeitsplätze, die aktuellen Preise stehen im Shop. Vor dem Kauf können Sie das Programm kostenlos testen.
Es passt nicht, wenn Sie im Browser, auf dem Mac oder auf dem Tablet arbeiten wollen, denn LAGER 6000 ist ein Windows-Programm. Wer mehrere Standorte ohne eigenes Netzwerk verbinden will oder niemanden hat, der Server und Datensicherung betreut, fährt mit einer Cloud-Lösung bequemer. Und ein Logistikzentrum mit Wegeoptimierung oder automatischer Lagertechnik braucht ein WMS, kein Lagerprogramm.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Einzelplatz, Mehrplatz und Client/Server?
Ein Einzelplatzprogramm läuft mit seinen Daten auf einem PC. Mehrplatz heißt, dass mehrere Personen gleichzeitig mit denselben Daten arbeiten. Client/Server beschreibt die übliche Bauart dafür: Ein Rechner hält die Datenbank, die Arbeitsplätze greifen über das Netzwerk darauf zu.
Brauche ich einen eigenen Server?
Bei wenigen Arbeitsplätzen genügt oft ein zuverlässiger PC, der während der Arbeitszeit durchläuft. Mit der Zahl der Plätze steigen die Anforderungen an Rechner, Netzwerk und Datensicherung. Lassen Sie sich die Mindestausstattung vom Anbieter schriftlich nennen.
Reicht nicht eine Excel-Datei auf dem gemeinsamen Laufwerk?
Solange nur eine Person schreibt, ja. Sobald zwei gleichzeitig ändern, gehen Eingaben verloren oder es entstehen Kopien, die niemand mehr zusammenführt. Genau dieses Problem löst ein Datenbankserver.
Kann ich mit einem Arbeitsplatz anfangen und später erweitern?
Bei vielen Programmen ja. Fragen Sie vor dem Kauf, ob die Daten übernommen werden, was der Umstieg kostet und ob der bereits gezahlte Preis angerechnet wird.
Fazit
Bei mehreren Arbeitsplätzen entscheidet weniger die Funktionsliste als die Frage, wie sauber das Programm gleichzeitiges Arbeiten regelt und was jeder weitere Platz kostet. Zählen Sie die gleichzeitigen Zugriffe, testen Sie mit zwei Plätzen, rechnen Sie über fünf Jahre und stellen Sie jedem Anbieter dieselben zwölf Fragen.
